Kapitel I

      I. Kapitel - Die Idee


      Wenn man von einer guten Idee redet, denken viele sicher, das müsste eine sein, die noch nie jemand zuvor hatte. Ein Spiel kann allerdings schwer verständlich werden, wenn zuviel “neues” enthalten ist. Daher sollte man zwar frische Ideen mit ins Spiel einbinden, doch alles nur in einem gewissen Rahmen!



      1. Viele Ideen hervorbringen:



      Klischeebeladene Ideen sollten nicht genommen werden!

      Der Unterschied zwischen einem spannenden und einem “nicht schon wieder so was” - Spiel besteht häufig in der Qualität der Ideen. Ein guter Entwickler nimmt nicht sofort die ersten paar Ideen die ihm einfallen, sondern stellt etliche Überlegungen an, bevor er sich für eine Idee entscheidet.
      Denkt daran, es ist nicht so, dass ein professioneller Entwickler keine klischeehaften Ideen hat, er verwendet sie nur nicht so, wie sie ihm gerade einfallen!


      Klischeebeladene in eine gute Idee umwandeln:

      Nehmen wir einmal an, wir machen ein Spiel, in welchem der Held seine Geliebte rettet, welche aus ihrem Dorf entführt wurde. “Gibt’s schon tausend mal”, oder? Also eigentlich ein absolutes Tabu, da es den Spieler wohl kaum reizen wird die gleiche Geschichte immer und immer wieder zu spielen.
      Aber ist die Idee deshalb vollkommen unbrauchbar? Nein! Selbst aus einer klischeehaften Idee kann etwas gutes werden.
      Eine gute Idee zeichnet sich oft dadurch aus, dass man selbst gar nicht auf diese gekommen wäre, sie aber so gut versteht, dass man ganz überwältigt ist. Mit anderen Worten, man versteht sie auf den ersten Blick und findet sie spannend.
      Doch was in der Vergangenheit schon dutzende Male verwendet wurde ist abgenutzt. Man muss etwas frisches hinzufügen und schon kann aus einer klischeehaften eine gute Idee werden.


      Ideen einbinden, die den Spieler überraschen:

      Schreibt den Ablauf eurer Story nicht einfach nur gradlinig dahin. Eine Story, bei welcher man das Ende schon kurz nach Beginn absehen kann ist langweilig und für die meisten nicht spielenswert.
      Baut für eure Charaktere emotionale Hoch- und Tiefpunkte ein. Emotionen können, wie im in Büchern und Fernsehen auch fesselnd und mitreißend sein. Je mehr sich der Spieler in die Charaktere hineinversetzen und mit ihnen mitfühlen kann, umso erfolgreicher wird euer Spiel werden. Erzeugt Spannungskurven, welche den Spieler fesseln und dazu bewegen mehr zu erfahren. Überraschungen sind ein theoretisches
      “MUSS” in einem guten Spiel. Ein plötzlicher Tod eines Charakters, der vorher nicht absehbar war, oder eine völlig undenkbare Entwicklung im Spiel macht unweigerlich Lust auf “MEHR”!
      Natürlich ist es nicht leicht auf Anhieb eine umwerfende Idee zu finden, doch mit genug
      Übung und Überlegungen findet ihr mit Sicherheit etwas spannendes.


      Die Drei-Elemente-Story


      Etwas unerwartetes zu erschaffen kann man trainieren!
      Es ist ganz einfach. Überlegt euch 3 Wörter, welche absolut nichts miteinander gemein haben, wie z.B. “Schere“, “Mythos” und “Nacktvolk”. Versucht nun eine kurze Geschichte zu schreiben, in welcher alle 3 Wörter vorkommen und in einem sinnvollen Zusammenhang stehen.
      Es muss wirklich keine lange Geschichte werden, aber betrügt euch dabei bitte nicht selber, indem ihr so was schreibt wie “das Nacktvolk sieht die Schere als Mythos an”. Wenn ihr danach glaubt, ihr würdet nun bestimmt etwas unerwartetes in eure Story schreiben können, irrt ihr euch.
      Wiederholt die Drei-Elemente-Story wann immer ihr Lust und Zeit habt. Ihr werdet sehen, dass euch nicht einfach nur mehr Wörter und Texte einfallen, welche euren Geschichten etwas unerwartetes geben, ihr trainiert gleichzeitig auch eure Fähigkeiten im Storywriting, welche euch später noch sehr nützlich sein können.




      2. Die 3 Methoden zu einer Idee zu kommen:


      Ihr kennt das sicher auch, man sitzt vor einem leeren Blatt Papier, denkt und denkt, aber es will einem partout nichts gutes Einfallen.
      In diesem Kapitel möchte ich euch dabei helfen genau das zu ändern!
      Vorstellen möchte ich euch hier 3 Möglichkeiten, welche euch helfen sollen die leeren Seiten eures Notizblocks mit Ideen zu füllen und diese weiter auszuarbeiten.

      Methode: Konkretisieren

      Die Methode etwas zu “Konkretisieren” kann sehr hilfreich dabei sein, wenn man noch überhaupt keine Ahnung hat was für ein Spiel man machen will.
      “Konkretisieren” heißt, seine Gedanken zu ordnen, welche am Anfang noch sehr auslegbar und chaotisch sein mögen, diese immer weiter zu vertiefen und so auf eine Art Fazit zu kommen.

      Ein Beispiel:

      Spoiler anzeigen

      (Bild “Konkretisieren 1“ einfügen)


      Hier kamen wir von unserem 1. Kreis “Ein interessantes Spiel” zum 2. Kreis “ Mittelalter-Fantasy-RPG”, womit wir schon mal auf ein Genre festgelegt sind. Also können wir unsere Gedanken jetzt auf den Fantasybereich konzentrieren, anstatt uns mögliche Szenarien für Sci-fi- und Horror-Spiele auszudenken. Der 3. Kreis engt das Ganze wieder etwas ein. Wir wissen nun, dass wir ein Spiel machen wollen, in welchem der Held das “Böse” bekämpft.
      Damit haben wir unsere anfänglichen Gedanken doch schon weit eingegrenzt, oder?
      Machen wir weiter. Nehmen wir uns ein neues Blatt und schreiben den letzten Punkt in den äußersten Kreis.

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      (Bild “Konkretisieren 2” einfügen)


      Im 1. Kreis haben wir unsere Ausgangsidee, auf die wir aufbauen möchten, doch nun versuchen wir uns darauf zu konzentrieren, warum der Held die Welt retten soll. Ist diese durch eine Naturkatastrophe gefährdet, oder greift vielleicht irgendjemand an? Diese Fragen versuchen wir jetzt zu klären.
      Ich habe mich für die klassische Variante entschieden. Ein Fein greift an um die Menschheit auszulöschen. Durch diese Entscheidung erschaffen wir uns gleichzeitig das “warum” der Held kämpft. Er kämpft nicht gegen das Böse weil’s ihm so viel Spass macht, sondern weil er einen wichtigen Grund hat, nämlich die Menschheit zu retten!
      Verfolgen wir diesen Gedankengang weiter und überlegen uns, warum das “Böse” die Menschheit auslöschen will? Bestimmt nicht nur einfach so!
      Die Antwort folgt im 3. Kreis. Das “Böse” kämpft gegen die Menschen, da diese andere Rassen unterdrücken. Somit hat auch das “Böse” seinen Grund zu kämpfen und wir haben gleich 2 gute Ansätze auf die wir weiter aufbauen können.
      Weiß man die Gründe für eine Tat, fällt es einem viel leichter sich das Drumherum auszudenken, als wenn man keine Ahnung hat warum sich die beiden Parteien das Leben gegenseitig schwer machen.

      Durch “Konkretisieren” könnt ihr viele eurer Probleme lösen, da ihr euch nur auf einen immer kleiner werdenden Kreis an Möglichkeiten zu konzentrieren braucht. Sollte es also irgendwo bei eurer Story mal harken und ihr nicht mehr weiter wissen, könnt ihr diese Methode nutzen um zu einem Ergebnis zu kommen!


      Methode: Brainstorming

      Diese Methode Ideen zu finden ist die wohl geläufigste und simpelste. Doch einfach heißt nicht automatisch auch erfolgreich!
      Ein Brainstorming kann euch dabei helfen eure Gedanken zu ordnen, zu verknüpfen und weiterzuentwickeln, doch hilft sie nur bedingt dabei, wenn ihr noch überhaupt keine Ahnung habt, wie euer Spiel einmal ablaufen soll.

      Ich gehe hier einfach mal davon aus, dass ihr bereits eine Idee, vielleicht sogar schon eine grobe Grund-Vorstellung davon habt, wie euer Spiel einmal aussehen soll. Doch das wird bei weitem nicht ausreichend sein um daraus eine komplexe Spielwelt, Story und handelnde Charaktere zu entwickeln.
      Doch gerade dafür ist nicht nur eine grobe Vorstellung eures Spiels von nöten; ihr braucht viele Ideen, welche ihr anschließend zu einer zusammenhängenden Story verknüpft.

      Nehmt euch also am besten ein leeres Blatt Papier und schreibt den Grundgedanken zu eurem Spiel in die Mitte.

      Um es euch an einem Beispiel zu zeigen, beginne ich ganz von vorn, mit nur einer simplen Grundidee, welche ich mithilfe eines Brainstormings in Mindmapform immer weiter entwickle.

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      (Bild “Mindmap 1”einfügen)


      Wie ihr seht, habe ich hier mit dem Genre, in welchem mein Spiel ablaufen soll angefangen.
      Hab ich das Genre, kann ich mithilfe dieser Grundlage anfangen meine Ideen zu entwickeln, indem ich alles, was mir dazu einfällt drumherumschreibe.
      Das ganze sieht jetzt noch nach ziemlichem Chaos aus und doch haben wir bereits viele Punkte gefunden, welche uns später einmal nützlich sein können. Was wir davon wirklich übernehmen, ist was anderes, das entscheidet sich erst wenn wir eine genauere Vorstellung unseres Spiels haben.

      Beginnen wir nun also das ganze etwas mehr zu ordnen.

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      (Bild “Mindmap 2“ einfügen)


      Wie ihr seht, hab ich viele der bislang einzelnen Punkte in Haupt- und Unter-Gruppen zusammengefasst.
      Elfen, Menschen, Zwerge, usw. stehen nun z.B. in der Haupt-Gruppe “Völker”. Stadt, Höhle, Wald, usw. habe ich in der Haupt-Gruppe
      “Orte” zusammengefasst und weiter differenziert. So stehen die Mine, Höhle und das Verließ zusammen in der Untergruppe “Dungeons”. Diese Aufteilung in Gruppen und Untergruppen kann man nahezu beliebig fortsetzen. So könnte man bei “Höhle” nun z.B. fortfahren aufzuzählen, um welche Art Höhle es sich dabei handeln könnte; Eis-, Felsen- Lavahöhle, Ork-/Trollhöhle, Banditenversteck. Seht ihr? Da gibt’s noch so einiges was uns dazu einfallen kann.
      Alles was uns hier magisch erscheint steht in der Hauptgruppe “Magie”. Dazu zählen z.B. die Teleporter, Zaubertränke und der Zauberer. “Zauberer” lässt sich wie so manches hier wieder in mehrere Punkte gliedern. Welche Art von Zauberer kann es geben? Welche Art von Magie nutzen diese? Nekromantie, Beschwörungen, oder vielleicht Elementarmagie? Elementarmagie ließe sich nun wieder Splitten in z.B. Feuer-, Wasser-, Erd-, Luft-, Eismagie. Auch hier könnte man nun fortfahren und zu jeder Magieart schon ein paar Zaubersprüche erfinden oder, wie z.B. bei Erdmagie weiter in Untermagiearten differenzieren. Heißt Erdmagie nun dass der Zauberer Steine auf seinen Gegner schleudert, oder vielleicht Pflanzen kontrollieren kann, welche den Gegner mit ihren giftigen Dornenranken umschließen?
      So wird aus einem leeren Blatt Papier ein so mit Ideen voll gestopftes, dass man eigentlich am liebsten gleich noch weitere angefangen hätte, oder?

      Doch inwiefern hilft uns das jetzt dabei unser Spiel zu entwickeln? Gute Frage, denn bis jetzt habt ihr lediglich Ideen darüber gesammelt, was alles zu eurem ausgewählten Genrebereich gehört. Dadurch wisst ihr aber immer noch nicht was in eurem Spiel genau passieren soll, wer die handelnden Personen sind und in welcher Welt diese leben.

      Nun kommt der schwierigere Teil; die Ideen einzugrenzen und so miteinander zu verknüpfen, dass ihr daraus euer Setup, also quasi das Fundament eures Spiels legen könnt. Wie ihr das macht, erfahrt ihr im II. Kapitel
      .


      Methode: Mandal-Art

      Die “Mandal-Art” ist eine mir bis vor kurzem noch unbekannte und daher bis jetzt noch nie praktisch verwendete Methode. Doch ist diese recht wirkungsvoll, gerade wenn es darum geht Ideen weiter auszubauen und sich dazu zu entscheiden, in welche Richtung sich diese entwickeln soll.
      Die “Mandal-Art” ist recht simpel auszuführen. Zuerst zeichnet man auf einem Blatt Papier insgesamt 9 Kästchen (3x3 Felder) vor. In das mittlere schreibt man die Idee welche man entwickeln will. Als Beispiel setzen wir hier die Frage nach dem “warum kämpft der Held” ein.
      Es macht gar nichts, wenn ihr nicht alle Felder füllt. Schreibt einfach nur das auf, was euch an Ideen kommen. Wenn’s weniger als 9 sind ist das nicht weiter tragisch.

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      (Bild “Mandal-Art 1” einfügen)


      Wie ihr hier seht, bin ich von 8 Möglichkeiten ausgegangen, zu denen ich bei (fast) allen weitere Fragen gefunden habe, welche sich in dem Fall stellen würden.
      Man kann nun also fortfahren, indem man sich eine der Fragen herauspickt und wieder mit selbigem Verfahren versucht mögliche Antworten zu finden.
      Etwas aufwendig, aber äußerst effektiv.






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      Ideen

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      Zu viele um sie hier alle aufzuschreiben ^^




      Dieser Beitrag wurde bereits 8 mal editiert, zuletzt von „Lord Amonsoul“ ()

      Ich fände es auch interessant, wenn die Bilder noch hochgeladen werden. :)
















      Momentan ringe ich noch ein wenig mit mir, da ich ungerne leere Versprechungen mache. Aber vielleicht kommt demnächst endlich mal ein Thread zustande, welcher mein bisheriges Konzept einer breiteren Masse veranschaulicht. Dann gibt es kein Zurück mehr und der Perfektionismus hat sich mit Kompromissen zufrieden zu geben, damit auch etwas Spielbares entsteht. :D